Internationaler Hochgernlauf: David Reichl knackt 40-Minuten

Die Zusammenfassung des 26. internationalen Hochgernlaufs vom 17. Mai 2026
Unterwössen – David Reichl gewinnt den 26. Internationalen Wössner Hochgernlauf und unterbietet die Siegerzeit der vergangenen Jahre deutlich. 91 Läuferinnen und Läufer schickte der SV Unterwössen am Sonntag auf die 7,4 Kilometer lange Strecke, 905 Höhenmeter hinauf zum Hochgernhaus.

Punkt 10 Uhr löste Gebirgsschütze Ferdinand Grätz mit seinem Böller den Startschuss aus. Unter dem Beifall einiger Zuschauer nahmen die Läufer im Massenstart das Rennen auf. Die Bedingungen: kühl, der Boden von den Vortagen leicht feucht, aber nicht nass. Ein Berglauf-Wetter. Die Steigungen auf der Strecke im Schnitt 12 Prozent, in einzelnen Abschnitten bis zu 18 Prozent.

Reichl dominiert – erstmals unter 40 Minuten

David Reichl vom Team xc-run.de / WSV Viechtach ließ keine Spannung aufkommen. Der Jahrgang 2001 überquerte die Ziellinie am Hochgernhaus in 39:48 Minuten. Er ist der erste Sieger der jüngeren Jahre, der die 40-Minuten-Marke unterbot. Zum Vergleich: Der vorjährige Sieger Florian Zeisler hatte 40:13 Minuten benötigt.
Reichl ist kein Unbekannter im Berglaufsport. Erst im April war er beim stark besetzten Ötzi Trailrun Skyrace in Südtirol auf Platz zwei gelaufen. Er erweist sich damit als möglicher Kandidat für die Europameisterschaft im Juni in Kamnik (Slowenien).
Anian Rottmüller vom PTSV Rosenheim (Jahrgang 1999) folgte mit 41:53 Minuten auf Rang zwei, 2:05 Minuten hinter dem Sieger. Den dritten Gesamtplatz sicherte sich Alexander Hirschberg vom TV Kempten (Jahrgang 1982) in 42:30 Minuten, zugleich der stärkste Läufer der Altersklasse M40.

Frauenwertung: 26 Sekunden entscheiden

Anders als die Zeit vermuten ließ, war die Frauenwertung eine knappe Angelegenheit. Verena Bachmayer (SC Haag, Jahrgang 2000) gewann in 49:37 Minuten und landete damit auf Gesamtrang 23. Doch Alexandra Posch vom LC Tölzer Land (Jahrgang 1991) überquerte die Ziellinie nur 26 Sekunden später in 50:03 Minuten. Rang drei der Frauen ging an Irmi Hobmaier vom PTSV Rosenheim (Jahrgang 1989) in 55:02 Minuten.

Bachmayer ist im Chiemgauer Berglaufsport keine Unbekannte: Sie hat unter anderem bereits den Stampfl Berglauf gewonnen. Beim Stampfl hatte Anian Rottmüller als Männersieger neben ihr auf dem Podest gestanden. In Unterwössen blieb ihm nur Platz 2.

Jugend schlägt sich in die Spitze

Ein Signal für die Zukunft des Berglaufes im Chiemgau setzte die Jugend. Tom Knauer vom SSC Hanau-Rodenbach (Jahrgang 2007) lief auf Gesamtplatz vier in 43:31 Minuten, nur 3:43 Minuten hinter dem Sieger. Unmittelbar dahinter folgte Florian Schmidt vom PTSV Rosenheim (Jahrgang 2008) in 43:40 Minuten auf Gesamtplatz fünf. Zwei Jugendliche der Jahrgänge 2007 und 2008 unter den ersten fünf von 91 Finishern.

Sportwissenschaftler sehen für klassische Bergläufe wie den Hochgernlauf das biologische Leistungsoptimum bei 25 bis 33 Jahren. Tom Knauer ist 18, Florian Schmidt 17. Dass beide dennoch auf den Gesamträngen vier und fünf einliefen und dabei gestandene Läufer in ihren besten Jahren hinter sich ließen, macht ihre Leistung zu mehr als einer guten Jugendplatzierung.

Bei den jungen Frauen zog Marit Vermeulen vom WSV Ramsau (Jahrgang 2008) mit 59:02 Minuten die Altersklasse F15 an sich. Nele Kress (Jahrgang 2010) beendete den Lauf in 1:00:36 Stunden – als jüngste Finisherin des Tages.

Am anderen Ende des Feldes

Die jüngsten im Feld Matthieu Bergmann (Jahrgang 2009) lief in 53:04 Minuten auf Gesamtrang 33, Nele Kress (Jahrgang 2010), die jüngste Teilnehmerin des Rennens finishte in 1:00:36 Stunden auf Rang 57. Bei den ältesten Teilnehmern überquerte Johann Scharler (Jahrgang 1954) nach 1:03:59 Stunden die Ziellinie, Julika Fidjeland (Jahrgang 1961) gewann die Altersklasse F60 in 1:03:34 Stunden.

Tina Starflinger vom SV Unterwössen lief für den Heimatverein in 1:02:43 Stunden auf Gesamtrang 65, Platz 3 ihrer Altersklasse. Sepp Auer von der Bergwacht Marquartstein blieb mit Startnummer 17 in 1:00:10 Stunden auf Gesamtrang 55 und erreichte in der Altersklasse Männer 60–69 Jahre den 4. Platz. Matthias Aberger von der Freiwilligen Feuerwehr Unterwössen kam mit Startnummer 79 nach 1:20:46 Stunden ins Ziel, belegte Gesamtrang 88 und wurde in der Altersklasse Männer 40–49 Jahre Siebter.

Text und Bilder: Ludwig Flug


Wir gratulieren allen 91 Finishern zu den großartigen sportlichen Leistungen am Berg! Die vollständige Ergebnisliste inklusive aller Altersklassenwertungen ist ab sofort online abrufbar.

Die Bilder (Full HD):

Wir danken der Bergwacht Marquartstein und Dr. Bader aus Marquartstein für Ihre Unterstützung! Allen Sponsoren herzlichen Dank! Hier der Link zu unseren Helfern und Sponsoren