Unterwössen – Der Unterwössner Profi-Triathlet Frederic Funk und die Münchnerin Julia Rohracker haben den 13. Wössner Halbmarathon gewonnen. Am ersten kühlen Tag einer Hitzeperiode kamen am Sonntag über alle vier Wettbewerbe 287 Läuferinnen und Läufer ins Ziel, so viele wie nie zuvor.
Über die 21 Kilometer setzte sich Funk mit mehr als einer Minute Vorsprung durch, gelaufen in 1:16:56. Ein Wettkampf im eigentlichen Sinn war es für ihn nicht. „Ich bin hier aufgewachsen und habe es nie geschafft, hier mal mitzulaufen. Jetzt hat es endlich geklappt – und dann ist es natürlich cool, gleich zu gewinnen“, sagte er im Ziel. Funk bereitet sich derzeit auf den Ironman auf Hawaii im Oktober vor und nahm den Halbmarathon als gesteigerten Trainingslauf, erst kontrolliert in Führung, ab der zweiten Runde mit etwas mehr Druck. „Es war recht warm, und dementsprechend bin ich hinten raus gar nicht mehr viel schneller gelaufen, weil der Puls sowieso hochging.“ Die Runde um den Segelflugplatz ist sein altes Revier. Das Elternhaus liegt keine 300 Meter vom Sportplatz entfernt.
Seine Zeit von 1:16:56 ist die achtschnellste Männerzeit in der Geschichte des Wössner Halbmarathons; Funk reiht sich damit in die ewige Bestenliste des Vereins ein. In eben dieser Liste gibt es die „Funky Family“ schon: Seine Mutter Heike Funk, gemeldet für Triathlon Grassau, belegte damals mit 1:38:39 Rang neun der Frauenwertung, sein Vater Harald Funk war 2023 in seiner Altersklasse Zweiter.
Erste Frau und Gesamt-18. war Rohracker vom SV Gendorf Burgkirchen in 1:31:10 – die fünftschnellste Frauenzeit der Veranstaltungsgeschichte. Die Münchnerin, die zum ersten Mal in Wössen startete, gab sich betont gelassen. „Mir ging es nie um den Sieg“, sagte sie, „ich bin zum Spaß hier“. „Hinten an der Wende habe ich die zweite Frau gesehen, und die war nicht so ganz nah dran. Aber darum ging es gar nicht.“ Gereizt habe sie das Familiäre: „Man kann am Tag einfach herkommen und entspannt laufen.“
Enges Rennen hinter Funk
120 Läuferinnen und Läufer erreichten im Halbmarathon das Ziel, vier gaben auf. Eng ging es hinter Funk zu: Zwischen dem Zweiten Marian Mielke (1:18:16) und dem Dritten Jan Wessely (1:18:18) lagen zwei Sekunden. Der mittlere Zielwert lag bei 1:52:27. Jüngste Finisher waren die 17-jährigen Nico Böhm und Klara Wagner, ältester Teilnehmer der 80-jährige Hermann Schultz in 2:20:55.
Den Volkslauf über sieben Kilometer gewann Bernhard Haunerdinger in 25:36. Dahinter musste sich mit dem erst 18-jährigen Simon Schlagbauer ein Läufer des SV Unterwössen als Gesamtzweiter nur dem Sieger geschlagen geben (25:48), gefolgt von Jonas Bauhofer (26:28). Schnellste Frau und Gesamt-Zehnte war Carina Schorndanner in 30:26. 92 Aktive kamen ins Ziel, das Feld ballte sich um die 40-Minuten-Marke, wo binnen einer Minute 16 von ihnen ankamen.
Unterwössner Nachwuchs stark vertreten
Auch der Nachwuchs holte sich Medaillen und Pokale. Über 400 Meter war Emil Loretan in 1:33,9 der Schnellste, bei den Mädchen Hanna Weikl vom SV Unterwössen in 1:53,7.

Über 1000 Meter gewann Johann Hofmann in 3:09,6. Bei den Mädchen führte Marisa Mahn (3:28,1) ein Unterwössner Quartett an, das die Plätze eins bis vier der Alterswertung unter sich ausmachte. Zweite war Amalia Starflinger vor Nora Riegel und Philomena Compa. Es war ein Sieg mit familiärer Note: Marisa ist die Tochter von Mario Mahn, der den Lauf mitverantwortete und sich erst im Mai in Celle über 5000 Meter den Titel des Deutschen Meisters der Altersklasse M55 gesichert hatte.
Das größte Aufgebot stellte der ausrichtende SV Unterwössen, quer durch alle Altersstufen. Bei den Frauen holte sich Katrin Cruschwitz im Volkslauf ihren Altersklassensieg (35:36), Helena Fritz gewann die weibliche Jugend U20 (33:00). Schnellster Unterwössner im Halbmarathon war Martin Schwarzfischer in 1:44:11. Ihre Stärke zeigte die Leichtathletik-Abteilung vor allem im Nachwuchs, wo neben Hofmann und dem Mädchen-Quartett über 1000 Meter zahlreiche weitere Kinder des Vereins an den Start gingen. Vom Nachbarverein ASV Oberwössen lief Max Danwitz den Volkslauf in 34:17. Aus dem übrigen Achental war der TSV Marquartstein vertreten, mit Stefan Schützinger im Halbmarathon (1:32:28) und Urs-Albrecht Alberter im Volkslauf; hinzu kamen Starterinnen und Starter aus den Vereinen des Chiemgaus.
Teilnehmerrekord beim 13. Halbmarathon
Die Beteiligung war die höchste der Veranstaltungsgeschichte: 287 Läuferinnen und Läufer bedeuten neun mehr als die 278 des Vorjahres, das bis dahin den Rekord hielt. Am stärksten wuchs der Volkslauf, der mit 92 Finishern und einem fast ausgeglichenen Verhältnis von 49 Männern zu 43 Frauen so viele Aktive zählte wie nie. Die Streckenrekorde von 2023 – Florian Neuschwander mit 1:10:29 und Anja Kobs mit 1:23:51 – blieben unangetastet.
Rund um das Stadion am Zollweg liefen sich schon vor neun Uhr die Ersten warm, dehnten sich auf den Rasenplätzen. Drinnen an der Laufbahn des Stadions sammelten sich die Kinder mit ihren Eltern für die ersten Starts. Über dem Achental hing eine geschlossene Wolkendecke, es blieb trocken. Nach den heißen Tagen zuvor kam das im Feld sichtlich gut an. Rund 22 Grad zeigte das Thermometer zum Start um 10 Uhr; bis zum Zielschluss der Läufe um 12.30 Uhr kletterten die Werte auf 25 bis 26 Grad.
Vom Spitzenläufer bis zum ersten Wettkampf
Auf der Strecke wurde sichtbar, wie unterschiedlich die Beweggründe waren. Da waren die Athleten, die einer Zeit nachjagten; die Paare, die Händchen haltend liefen; und jene, die ihren ersten Wettkampf bestritten, begleitet von erfahrenen Läuferinnen und Läufern. Streckenposten wachten über den Kurs und sparten nicht mit Beifall, wenn jemand vorbeikam. Am Rand standen Zuschauer, applaudierten und feuerten an, darunter viele Angehörige. Als Helfer im Einsatz waren auch die Kinder und Jugendlichen der Leichtathletik-Abteilung. An der Verpflegungsstation im Stadion war vor allem Wasser gefragt – getrunken oder über den Kopf geschüttet –, dazu Obst und Bananen. Im Clubheim reichten Helferinnen Brotzeiten, Kaffee und Kuchen.
45 Helfer tragen den Lauf
Getragen wurde der Tag von rund 30 Helfern rund um den Wettkampf und weiteren 15 in Küche und Zuschauerverpflegung. Die Hauptverantwortung lag bei Mahn und Michael Volz, unterstützt von Daniela Fritz, Helmut Bachmann und Jürgen Menge sowie dem Team vom GSI Sports Timing bei der Zeitnahme; die Verpflegung und die Küche organisierte Barbara Angerer mit ihrem Team. Für die medizinische Sicherheit sorgten vier Sanitäter und Veranstaltungsarzt Dr. Christoph Schmied. Gesundheitliche Vorfälle gab es keine. Schirmherr war Bürgermeister Johannes Weber. Durch das Programm führte Stadionsprecher Josef Brandstetter; Mahn griff zwischendurch selbst zum Mikrofon und interviewte einzelne Läuferinnen und Läufer.
Der Dank der beiden galt ausdrücklich auch jenen, die nicht mitliefen: den Sponsoren, die die Tombola bestückten und Getränke lieferten, dem Bauhof, der schon im Vorfeld die Strecke beschildert hatte, sowie den Grundeigentümern. „Ein ganz besonderer Dank gilt denen, die ich gerade vergessen habe zu erwähnen“, sagte Mahn. Brandstetter richtete den Blick nach vorn: „Ich hoffe, ihr kommt nächstes Jahr alle wieder.“
Die Zahlen
Alle Ergebnisse gibt es unter https://my.raceresult.com/383345/results
weitere Informationen unter https://svunterwoessen.de/woessner-halbmarathon/
Halbmarathon (21,1 km): 120 im Ziel (82 Männer / 38 Frauen), 4 DNF. Sieger Frederic Funk 1:16:56; erste Frau Julia Rohracker (SV Gendorf Burgkirchen) 1:31:10. Median 1:52:27.
Volkslauf (7 km): 92 im Ziel (49 / 43). Sieger Bernhard Haunerdinger 25:36; erste Frau Carina Schorndanner 30:26. Median 38:39.
Kinderlauf 400 m: 32 Kinder. Schnellste Emil Loretan 1:33,9 und Hanna Weikl 1:53,7.
Kinderlauf 1000 m: 38 Kinder. Schnellste Johann Hofmann 3:09,6 und Marisa Mahn 3:28,1.
Teilnehmer gesamt: 287 (neuer Rekord). Wetter: bedeckt, trocken, rund 22 Grad zum Start, 25 bis 26 Grad zum Zielschluss.
Text: Ludwig Flug
Bilder: Ludwig Flug, Heidi Angerer, Daniela Walter
Die Ergebnisse inklusive Urkundendownload und die Bilder vom 13.Wössner Halbmarathon sind Online!





